Mischtechnik

"Mischtechnik stellt für mich eine besondere, temporäre Herausforderung dar, mit vorhandenen Malmitteln unterschiedlicher Plastizität und Elastizität, Rezeptur, Mager-Fett-Konsistenz, Trockenzeit, -ein Ganzes, ein formvollendetes Gesamtwerk zu schaffen. Hierbei steht tatsächlich der Malprozess und nicht das Ergebnis im Vordergrund. Im Entstehungsverlauf bediene ich mich der klassischen, selbst angerührten Eitempera nach Renaissance-Technik genauso wie der Ölmalerei und sogar die moderne Acrylfarbe kann integriert und kontrastierend eingesetzt werden. Der „gewisse Zufall“ spielt hier eine weitaus größere Rolle, als ein tradiertes, intellektualisiertes Verfahren, das systematisch aufbaut und Zeuge akademischer Herkunft durchblicken lässt. Gerade wenn „Innere Welten und Prozesse“ im Bild umgesetzt werden sollen, bietet die Mischtechnik eine willkommene Möglichkeit der freien Entfaltung. Ich verwende außerdem mit Vorliebe Materialien, die in die noch feuchte Farbe „eingebettet“ werden – das können Naturfasern oder Papiere , Recycling-trash, Zitate oder Banknoten etc. sein – Anselm Kiefer hat mich zwar nicht direkt inspiriert, aber einige meiner Ansätze fand ich in seinem Werk wieder."

Mischtechnik

Die Mischtechnik ist eine Technik innerhalb der Ölmalerei, die verschiedene Bindemittel bei der Entstehung eines Werkes verwendet. Sie ist als spezifische Errungenschaft der schaffenden Künstler in Europa ein bedeutsames europäisches Kulturerbe. Glanzzeit war die niederländische Barockmalerei, in der die Ölfarbe mit Harzen versetzt wurde, um einen mit Emaille vergleichbaren Tiefenglanz zu erzielen. Sie wurde von der Alla-Prima-Malerei verdrängt und von den Impressionisten abgelehnt, so dass die Kenntnis davon praktisch vergessen wurde. Otto Dix war z. B. Meister dieser Technik. Er malte in die nasse Ölfarbe mit Ei-Tempera und erreichte damit seine farbliche Tiefe. Ein besonderer Kenner und Anwender der Mischtechnik im 20. Jahrhundert war Egon von Vietinghoff, der sie sich in 35 Jahren Selbststudium neu erarbeitete, die meisten der dazu nötigen Öl-Harz-Farben selbst herstellte und ein umfangreiches Werk hinterließ.