Fotografie

"Der Blick durch die Linse, der Fokus auf das Motiv, der quase „Innere Zoom“ – er ist mir sozusagen in die Wiege gelegt worden.

Mein Großvater war Fotograf in erster Generation mit seinem Geschäft in dem wunderschönen Städtchen Czesky Krumlow (heute Krummau in Tschechien in  der damaligen CSSR) – das UNESCO Weltkulturerbe ist und den Titel „Perle des Böhmerwaldes“ zu recht  trägt. Das Handwerk des Fotografen lernte auch mein Vater und ich erinnere mich daran, wie er mich als kleines Mädchen vor der Kamera positionierte, portraitierte, inszenierte... Es hat mir viel Spaß gemacht – so sog ich die Fotografie sozusagen als Metapher mit der „Vatermilch“ in mich ein.

Trotzdem hat es lange gedauert, bis ich die Fotografie für meine künstlerische Arbeit entdeckte.

Erst während meines Studiums im Rahmen eines Lehrauftrags zur Ausstellung „BauART“ hat es bei mir richtig „Klick“ gemacht. Baustellen waren ab diesem Zeitpunkt mein favorisiertes Thema: Baustellen in Heidelberg und Umgebung, in ganz Deutschland und im internationalen Kontext mit Japan und Ägypten z.bsp. – Das Thema fesselt mich heute, zeitgleich ist mein erster Kurzfilm dazu entstanden, dessen Entstehungsgeschichte mich auch nach Berlin führte."

2006 zeigte ich diese als Gesamtkunstwerk konzipierte Arbeit zum ersten Mal in der Öffentlichkeit anlässlich der 1. OW-ART in Buchen im Egon-Eiermann-Saal des mittelalterlichen Stadtturmes. Der weltberühmte Architekt Egon Eiermann (vgl. Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche , deutsche Botschaft in Washington, D.C., Olivetti in Frankfurt am Main, Horten AG, letzteres vielkritisiert) lebte und arbeitet hier im obersten Stock direkt unter dem Glockenturm viele Jahre während seiner Professur an der Fakultät für Architektur an der Technischen Hochschule Karlsruhe.

"Es war ein ehrwürdiges Gefühl, an seiner Wirkungsstätte mein Werk präsentieren zu dürfen, von dessen Fenstern aus sich ein weitschweifender Blick über die Dächer Buchens bis hin zum angrenzenden Odenwald erstreckt.

Buchen selbst hat neben der „Hollerbacher Malerkolonie“ mehrere Künstlerpersönlichkeiten beherbergt, u.a. auch Anselm Kiefer, Maler von internationalem Rang, wirkte bis 1993 mehrere Jahre in Buchen, das Bezirksmuseum Buchen besitzt von ihm als Dauerleihgabe das Bild „Der Eingeborene“."

Seit diesem Projekt ich spüre meinen Genen mit Leidenschaft, Inspiration und häufig auch des nachts nach und meine Leica ist meine ständige Begleiterin.